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Martina Morger

01.12.20 – 08.01.21

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Der Blick durch die Scheibe, ein leichter Anflug von Verlangen. Wie es wohl ist, dieses schimmernde Objekt zu besitzen? Das unbewusste Verlangen nicht ganz erklärbar. Das Vergnügen des Sehens hält begehrte Dinge auf Distanz. Nasen pressen, Hände wischen, an allen Scheiben zu nah, hinterlassen Schmierereien. Ein eilendes Vorübergehen, anonymes Schlendern, eventuelles Hängenbleiben, etwas Glitzerndes, schweifende Blicke und Scheinwerfer. Kaputte Bildschirme schauen einander bloß an, Strahlentherapie, hypersensibel für Discounts. Ein konstruiertes Wollen sich nach Oberflächen sehnend, in den virtuellen Schlaf fallend. Die Stadt mit ihren vielen Schranken, ihren Fenstern wie Wände, sprechen von einer erst kommenden schon dagewesen Zeit und täuschen über die Echtheit der Dinge hinweg. 

Die performative Installation von Martina Morger gibt einen Einblick in eine von Verlangen und Heilung durch Konsum geprägte Welt. Nackt ausgestellt, Displays reflektieren als Surrogat unserer Träume, Information unsere Währung. Verführerisch und befremdlich zugleich. Räume voller Einsamkeit, mit plötzlich hinterlassenen Dingen, erscheint diese Dystopie echt. Wir sehen das Spiegeln einer längst vergangenen spätkapitalistischen Begehrensökonomie, tief verwoben in unsere Bedürfnisse.

 

MARTINA MORGER

Martina Morger (*1989 Vaduz, Liechtenstein, lebt und arbeitet in Balzers und Zürich) studierte Medien und Kulturwissenschaften an der Universität Zürich und mediale Kunst an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), bevor sie an der Glasgow School of Arts den Master in Fine Arts Practice absolvierte. Martina beschäftigt sich mit der Stellung der Frau und im Besonderen mit der Stellung der Künstlerin in der modernen, kapitalistischen Gesellschaft. Sie erforscht und reflektiert weibliche und queere Stimmen, behandelt Themen wie Cyberfeminismus, Queerness und Biopolitik. Sie ist Kuratorin des internationalen
Performancefestivals Stereoskops, sowie Perrrformat, ein Format, das Performancekunst in den urbanen, öffentlichen Raum bringt. Diesen Frühling war Martina Atelierstipendiatin an der Cité Internationale des Arts in Paris und ist Manorkunstpreisträgerin 2021.




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